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Religion

Der Respekt für die eigene Weltanschauung ist zentral für das Wohlbefinden des/r Einzelnen. Ein respektvolles Verhältnis zwischen den Angehörigen verschiedener Weltanschauungen ist zudem unabdingbar für das Miteinander am Arbeitsplatz. Gläubige Menschen finden in ihrer Religion eine weltanschauliche Orientierung. Doch gerade die Dimension ‚Religion’ wird geradezu stiefmütterlich behandelt. Zuweilen werden einige Aspekte gerne mit den Aktivitäten zur Dimension Kultur abgedeckt, z.B. bei der Ansprache muslimischer und türkischer BewerberInnen. Viele Aspekte bleiben aber auch gänzlich unausgesprochen – häufig aus falsch verstandener political correctness – und werden damit auch in Unternehmen ignoriert, z.B. der Einfluss religiöser Werte auf das Rollenverständnis.

Zweifellos sinkt die Religionszugehörigkeit in Deutschland seit Jahrzehnten. 2015 gehörten nur noch jeweils unter 29 Prozent der Deutschen einer der beiden großen christlichen Konfessionen sowie gut 4 Prozent dem Islam an. Demgegenüber stehen mehr als 36 Prozent Konfessionsfreie. Die Zahlen verweisen auf eine wachsende Entfremdung gegenüber Religion. Beispiele dafür zeigen sich täglich. ‚Türken’ und ‚Muslime’ werden im Unterschied zu vor 2001 häufig gleichgesetzt – dies beanstandete Vural Öger in der Synergiewerkstatt X. Althergebrachte religiöse Rituale werden zunehmend infrage gestellt. Religion wird meist nur noch als Privatsache angesehen. Doch die Entfremdung sollte nicht dazu führen, dass sich gläubige Menschen in ihren Überzeugungen diskriminiert fühlen – dies zu gewährleisten, ist Aufgabe (auch) von Diversity Management. Dabei muss nicht betont werden, dass Unternehmen das Grund- und Menschenrecht auf Religionsfreiheit ebenso selbstverständlich einhalten und einfordern müssen wie jedes andere auch. Doch die seltene Berücksichtigung der Dimension ‚Religion’ verweist darauf, dass diese Dimension einen sehr sensiblen Bereich betrifft, nämlich die Werte und Wertorientierung eines Menschen – die aber gerade nicht ‚nur’ Privatsache sind.

In einigen Bereichen machen Religionen klare Vorgaben, z.B. bezüglich Speisen oder Feiertagen. Unternehmen können deren Einhaltung ermöglichen und damit grundsätzlichen Respekt bezeugen. Erfreulicherweise gehören z.B. entsprechende Speiseangebote oder auch Gebetsräume bereits in vielen Unternehmen zum Standard. Diese Ansätze gilt es zu fördern und zu erweitern! Denn die Weltanschauung eines Menschen ist die wichtigste Quelle seiner Motivation – auch wenn noch lange nach Max Webers Schrift „Die Protestantische Ethik und der ‚Geist’ des Kapitalismus“ nicht geklärt ist, welchen Einfluss die Weltanschauung genau auf unternehmerisches Handeln hat.

Fest steht, dass sich unterschiedliche Sichtweisen gegenseitig bereichern, wenn die Überzeugung des Anderen nicht als Bedrohung gesehen wird, sondern als Schatz an Wissen und Erfahrungen. Der konstruktive Vergleich eigener Standpunkte mit fremden Ansichten führt zu neuen Herangehensweisen und Erkenntnissen!

Römisch-katholisch Kirche 28,9
Evangelische Kirche 27,1
Muslimisch 4,4
Konfessionsfreie 36,0
Andere 3,6