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Synergiewerkstatt XXII:

Wie viel Individualität verträgt ein Unternehmen? Die Chancen und Grenzen von Vielfalt

Donnerstag, 3. November 2016
mit Vorabendprogramm

Gastgeber: Michael Müller, Arbeitsdirektor
und Mitglied im Vorstand der Fraport AG
Frankfurt am Main

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Michael Müller, Vorstandsmitglied der Fraport, lud zusammen mit Dr. Petra Köppel von Synergy Consult zur Synergiewerkstatt XXII „Wie viel Individualität verträgt ein Unternehmen? Die Chancen und Grenzen von Vielfalt“ in das Herz des Frankfurter Flughafens ein: Inmitten des geschäftigen internationalen Treibens war in der besonderen Atmosphäre des Fraport Forums das Thema Vielfalt und Individualität eindrucksvoll präsent.

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Am Vorabend durften unsere Netzwerkmitglieder an der beeindruckenden Feier der Abrahamischen Religionen teilnehmen, die jährlich für die Belegschaft und Geschäftspartner_innen ausgerichtet wird. In einer spontanen Aktion wurden danach die Teilnehmer_innen der Synergiewerkstatt von Vorstandsmitglied Michael Müller persönlich durch die Gebetsräume für Juden, Christen und Muslime geführt. Sie erfuhren dabei, dass die seelsorgerische Arbeit der religiösen Gemeinschaften im hektischen Flughafenbetrieb mit allen denkbaren Ereignissen von Hochzeiten bis Tod eine hochwillkommene Rolle spielt.

Am Tag der Synergiewerkstatt XXII eröffnete Dr. Petra Köppel die Werkstattarbeit zum Thema „Wie viel Vielfalt verträgt ein Unternehmen?“ mit einer Analyse der Schwierigkeiten, die durch Vielfalt im Betrieb entstehen können – von Ängsten und Widerständen gegenüber dem Anderen bis hin zu Subgruppenbildung und Ausgrenzung.

Weiter ging es mit Gudrun Müller, Leiterin Diversity & Soziales, die das Gastgeberunternehmen Fraport als ein hochgradig internationales Unternehmen vorstellte. In ihrer täglichen Arbeit im Mikrokosmos Fraport werden die gleichen gesellschaftlichen Problemen und Konflikte sichtbar wie sie auch in unserer pluralen Gesellschaft vorherrschen: Sprachbarrieren, religiöse Unterschiede, heterogene Arbeitseinstellungen, um nur eine Auswahl zu nennen. Und es ist Aufgabe von Diversity Management und insbesondere von Führungskräften, sich darum zu kümmern.

Der Vormittag wurde zudem durch Nazil Erkmen, Personalleiterin der DB Services, bereichert, die in ihrem Impulsvortrag „Sprachen, Religionen, Lebenseinstellungen – Erfahrungen und Lösungsansätze zum Umgang mit kritischen Diversity-Aspekten“ aus ihrer individuellen Erfahrung als Deutschtürkin berichtete und sechs teilweise provokante Thesen zu Integration und Diversity vorstellte.

Nach den Impulsen schloss sich eine Expertenrunde im Fishbowl-Format an, in der Führungskräfte von Fraport mit den Teilnehmer_innen der Synergiewerkstatt über Hintergründe und Ausprägungen aktueller Probleme diskutierten. Dabei zeigte sich, dass auf der einen Seite traditionelle Einstellungen zu reaktiven Lösungen und auf der anderen Seite moderne Einstellungen zu eher kooperativen Lösungen führen.

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Michael Müller, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Fraport, betonte, dass Diversity für einen internationalen Flughafen unerlässlich ist und die aktive Förderung einen Wettbewerbsvorteil anderen Flughäfen gegenüber darstellt.

Nachfolgend trafen sich die Teilnehmer_innen in Arbeitsgruppen, um konkrete Lösungen und Handlungsempfehlungen zu entwickeln. Die Fragestellungen im Einzelnen lauteten:
1) Dresscode oder Dienstkleidung – uniform oder individuell?
2) Wie nutzt man Sprache im respektvollen Umgang?
3) Lebensentwürfe – Eine Sache der Generationen oder der Arbeitseinstellung?

Statt einem Themencafe entschieden wir uns kurzerhand für ein Thesencafe, in dem wir drei Thesen von Nazil Erkmen aufgriffen, um sie mit Erfahrungen aus der täglichen Arbeit zu spiegeln:
1. „Je höher der Bildungsgrad, desto mehr kann Vielfalt in Unternehmen genutzt werden?!“
2. „Je mehr unterschiedliche Kulturen im Unternehmen, desto mehr die Neigung zur Abgrenzung?!
3. „Vor lauter „Rück-Sicht“ auf kulturelle Vielfalt verliert sich die nach „Vorne-Sicht“?!“

Als Fazit der kontrovers-konstruktiven Werkstatt kann festgehalten werden, dass Vielfalt schwierig und anstrengend sein kann – Konflikte entstehen automatisch. Doch einerseits ist sie Teil der gesellschaftlichen und globalen Realität. Und andererseits, wenn Vielfalt sinnvoll und angemessen gehandhabt wird, führt sie zu entscheidenden Wettbewerbsvorteilen – zu Synergien. Innerhalb einer gemeinsamen Unternehmenskultur sollten Regeln zur Kooperation und Wertschätzung definiert werden, die Spielraum und Freiheit für persönliche Werte lassen.

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